UX/UI Design

für mehr Sicherheit

Wie kann eine digitale Anwendung Frauen dabei unterstützen, sich sicherer und selbstbestimmter im Alltag zu bewegen? Im Rahmen des Moduls „Interaction Design“ entwickelte ich gemeinsam mit zwei Kommilitoninnen die Smartphone-App „SafeWheels“, die sich mit den Unsicherheiten vieler Frauen beim alleinigen Taxifahren auseinandersetzt. Durch UX Research, Nutzerrecherche und iteratives Prototyping untersuchten wir die Ängste und Bedürfnisse von Taxinutzerinnen und entwickelten darauf aufbauend eine KI-gestützte Sicherheitslösung. Die App kombiniert eine realistische AI-Call-Funktion, individuelle Notfallfunktionen und ein unauffälliges Interface, um Nutzerinnen während der Fahrt Sicherheit zu vermitteln und ihnen mehr Freiheit in ihrer Mobilität zu ermöglichen.

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Ausstellungsexponat UX Design im Ausstellungskontext

Im Zuge der Hausarbeit des Moduls Interaction Design im dritten Semester sollten wir einen High-Fidelity Prototypen eines digitalen Dienstes in Form einer Smartphone-App schaffen. Diese App habe ich mit zwei Kommilitoninnen zusammen erarbeitet. Der Anlass für die Entwicklung unserer App liegt in einem gesellschaftlichen Problem: Frauen vermeiden es, alleine Taxi zu fahren, und schränken sich so aufgrund von Unsicherheiten und Ängsten in ihrer Mobilität ein. Diese Einschränkungen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die beruflichen und sozialen Möglichkeiten. Unsere App zielt darauf ab, diese Ängste zu verringern und Frauen mehr Freiheit und Sicherheit in ihrem Alltag zu geben.

Problemraum

Frauen vermeiden es, alleine Taxi zu fahren, und schränken sich aufgrund von Unsicherheiten und Ängsten in ihrer Mobilität ein.

Zielgruppe

Die Zielgruppe unserer App „SafeWheels“ sind insbesondere Frauen, die regelmäßig oder gelegentlich alleine Taxi fahren und sich dabei unsicher fühlen. Dabei richtet sich die App vor allem an Personen, die durch ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und sich eine Möglichkeit wünschen, auch nachts oder in unbekannten Situationen selbstbestimmter unterwegs zu sein.

Lösungsansatz

Entwicklung einer Sicherheits-App für Taxifahrten, die Frauen während der Fahrt ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle gibt. Durch eine unauffällige AI-Call-Funktion, individuell einstellbare Notfallkontakte und eine direkte Alarmierungsfunktion können Nutzerinnen in kritischen Situationen schnell Unterstützung erhalten. Die App soll dabei nicht nur im Ernstfall helfen, sondern durch präventive Sicherheitsfunktionen Ängste reduzieren und Frauen mehr Freiheit in ihrer alltäglichen Mobilität ermöglichen.

Research & Ausgangspunkt

Um sicherzustellen, dass unsere App den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Zielgruppe entspricht, haben wir eine Umfrage erstellt und zusätzlich Interviews mit Frauen geführt. Diese Ergebnisse haben uns wertvolle Einblicke in die spezifischen Ängste und Bedenken gegeben, die Frauen beim Alleinfahren im Taxi haben. Durch die Umfrage konnten wir feststellen, dass viele Frauen sich vor allem in den Abendstunden unsicher fühlen und eine zuverlässige Möglichkeit suchen, in Notfällen schnell Hilfe zu rufen. Die Interviews haben uns zusätzlich gezeigt, dass eine klare und einfache Benutzerführung sowie eine schnelle Erreichbarkeit von Notfallkontakten für die Nutzerinnen besonders wichtig sind.


Um das Problem besser zu verstehen, analysierten wir zunächst den Ablauf einer Taxifahrt und identifizierten mögliche Unsicherheitsmomente – von der Buchung über das Warten bis hin zur eigentlichen Fahrt. Durch Interviews mit Studentinnen und eine Umfrage konnten wir feststellen, dass viele Frauen beim alleinigen Taxifahren ein ungutes Gefühl haben. Genannte Gründe waren unter anderem fehlende Informationen über den Fahrer, unangenehme Gespräche, Unsicherheit über den Fahrtverlauf und die Angst vor Übergriffen. Einige Befragte gaben an, ihr Handy während der Fahrt als Ablenkung zu nutzen oder Taxifahrten alleine möglichst zu vermeiden. Die Ergebnisse bestätigten unser Ziel: Eine Lösung zu entwickeln, die nicht nur in Notsituationen unterstützt, sondern bereits während der Fahrt Sicherheit vermittelt.

Lösungsansätze

Auf Basis der Erkenntnisse entwickelten wir verschiedene Lösungsansätze, darunter Standortfreigaben, Fahrerprofile oder die Vermittlung weiblicher Taxifahrerinnen. Durch die Bewertung der Vor- und Nachteile dieser Ideen entschieden wir uns für eine Lösung, die Nutzerinnen während der gesamten Taxifahrt begleitet. Da viele Frauen bereits ihr Smartphone nutzen, um den Eindruck zu vermitteln, erreichbar zu sein, entstand die Idee einer KI-basierten Anrufsimulation. Die App simuliert ein Telefonat mit einer KI, wodurch Außenstehende den Eindruck erhalten, dass die Nutzerin telefoniert und jemand über ihre Fahrt informiert ist. Zusätzlich integriert die App Sicherheitsfunktionen, über die im Ernstfall schnell Unterstützung angefordert werden kann.

Konzeptidee

Unsere App ist darauf ausgelegt, Sicherheit in Situationen zu schaffen, in denen sich Frauen unsicher fühlen. Wir haben uns dabei auf das Taxifahren bezogen. Die Hauptfunktion unserer App ist ein KI-Anruf. So kann die Benutzerin einen Anruf simulieren und dadurch erreichen, sich sicherer zu fühlen. Denn so zeigt sie dem Fahrer des Taxis, dass sie von jemandem erwartet wird. Dabei wird die Stimme der KI über den Server „ElevenLabs“ generiert, was eine natürliche und realistische Stimme ermöglicht hat. Für Notfälle haben wir einen speziellen Button integriert. Wenn dieser betätigt wird, wird automatisch die Polizei alarmiert. Dies bietet den Nutzerinnen eine zusätzliche Sicherheitsebene und die Gewissheit, dass im Ernstfall schnell Hilfe unterwegs ist. Ein umfassendes Onboarding ist ebenfalls vorhanden. Alle Funktionen der App werden beim ersten Öffnen detailliert erklärt, sodass die Nutzerinnen sofort wissen, wie sie die App effektiv nutzen können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, persönliche Notfallkontakte einzuspeichern und zu alarmieren, wodurch ein soziales Sicherheitsnetz gespannt wird.

Iterative Verbesserung durch Nutzungsanalysen

Bis zum finalen High-Fidelity-Prototypen durchlief unsere App mehrere Iterationen des Low-Fidelity-Prototyps. Ziel war es, das grundlegende Konzept frühzeitig mit Nutzer:innen zu testen und mögliche Probleme zu erkennen, bevor gestalterische Entscheidungen wie Farben oder Typografie getroffen wurden.

Problem

Im ersten gezeigten Entwurf stand die Hauptfunktion, der "AI Call", auf der Startseite. Nach den ersten Usability-Tests zeigte sich jedoch, dass die Funktion des Buttons "Start Conversation" nicht eindeutig verstanden wurde. Daraufhin nahmen wir Anpassungen vor. Da die Verwirrung nach der Veränderung zum "AI Call" weiterhin bestand, entschieden wir uns, die Informationsarchitektur grundlegend zu überarbeiten.


Lösung

Im letzten Low-Fidelity-Prototypen wurde der "AI Call" deutlich stärker in den Fokus gerückt. Dafür wurden die Bereiche "Home" und "Conversations" zusammengeführt, sodass alle Einstellungen und der Start der Konversation schnell an einem Ort möglich sind. Dadurch wurde die Navigation vereinfacht und der Ablauf für die Nutzer:innen wesentlich intuitiver gestaltet. Diese Iterationen zeigten, wie wertvoll wiederholte Nutzertests für die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit sind.

Problem

Auch der Gesprächsbildschirm des "AI Calls" wurde mehrfach überarbeitet. Ziel war es, einen Screen zu gestalten, der für Außenstehende wie ein gewöhnlicher Telefonanruf wirkt und gleichzeitig den Nutzerinnen in einer Notsituation eine einfache und unauffällige Bedienung ermöglicht. Im ersten Entwurf sollte sich der Hintergrund nach dem Aussprechen der Codewörter "Gelb" oder "Rot" entsprechend einfärben, um den Nutzerinnen die Aktivierung der Notfallfunktion rückzumelden. Durch das Feedback aus den Nutzertests wurde jedoch deutlich, dass ein schwarzer Hintergrund realistischer wirkt und den Eindruck eines normalen Telefonats besser vermittelt.


Lösung

In einer weiteren Iteration ergänzten wir einen Countdown von drei Sekunden als visuelles Feedback nach der Aktivierung eines Codeworts, damit die Nutzerinnen sicher erkennen können, dass die Aktion ausgelöst wurde. Zudem zeigte sich in den Tests, dass die Vielzahl an Icons während des Gesprächs verwirrend war. Deshalb reduzierten wir die Bedienelemente auf zwei klare Notfall-Buttons: einen zum Alarmieren der Notfallkontakte und einen zum Benachrichtigen der Polizei. So blieb der Screen übersichtlich, unauffällig und gleichzeitig funktional.

Problem

Im weiteren Entwicklungsprozess ergänzten wir einen SOS-Reiter, über den Nutzerinnen in einer akuten Notsituation direkt die Polizei oder ihre Notfallkontakte alarmieren konnten – auch ohne zuvor einen AI Call zu starten. Ziel war es, einen schnellen und unkomplizierten Zugriff auf die wichtigsten Notfallfunktionen zu ermöglichen. Die Nutzertests zeigten jedoch, dass zwei verschiedene Notfall-Buttons in einer Stresssituation verwirrend wirken könnten.


Lösung

Deshalb reduzierten wir den SOS-Bereich auf die direkte Alarmierung der Polizei. Die Funktion zum Benachrichtigen von Notfallkontakten wollten wir dennoch beibehalten und verlagerten sie in einen neuen "Alert"-Reiter. Dort können Nutzerinnen einzelne Kontakte oder über den Button "Alert Everybody" alle hinterlegten Notfallkontakte gleichzeitig benachrichtigen. Dadurch wurde die Navigation klarer und die Notfallfunktionen besser voneinander getrennt.

Vorbereitung des High-Fidelity-Prototypen

Nachdem wir unseren Low-Fidelity-Prototypen durch mehrere Iterationen und mithilfe von Nutzerfeedback weiterentwickelt hatten, erstellten wir den High-Fidelity-Prototypen.
Für das Design unseres High-Fidelity-Prototypen entschieden wir uns nach mehreren Farbtests für die Kombination aus Orange, Blau und Weiß. Orange dient als warme Akzentfarbe für Buttons und Überschriften, um auffällig zu sein, während das ungesättigte Blau Sicherheit und Vertrauen ausstrahlen soll. Das sind Werte, die unsere App „SafeWheels“ vermitteln soll. Der weiße Hintergrund sorgt für klare Kontraste und eine übersichtliche Darstellung. Wichtig war uns auch eine inklusive Farbgestaltung. Die gewählten Farben sind auch für Menschen mit verschiedenen Formen von Farbsehschwäche gut erkennbar.

Onboarding

Das Onboarding führt neue Nutzerinnen direkt nach dem ersten Öffnen durch alle zentralen Funktionen der App, damit sie SafeWheels von Anfang an sicher und selbstständig bedienen können. Die Onboarding Screens stammen komplett von mir. Im Anschluss zeigen die folgenden Videos den High-Fidelity-Prototypen in Aktion.

High-Fidelity-Prototyp

Onboarding

Anmeldung

Erklärseiten

Themenauswahl des KI-Gesprächs

Notfallkontakt alarmieren

Entstanden
im dritten Semester
mit
Sokhna Amy Faye & Stina Föhrder
Typ
Semesterarbeit

Kontaktiere mich

marie.thiele.design@gmail.com

0152 38975501

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